Merkel-Puppe und Atomlobbyisten demontieren Solarpanele mit Flex und Vorschlaghammer
Anlässlich des Besuchs von Bundeskanzlerin Merkel auf der 50 Jahrfeier des Deutschen Atomforums warnen das Kampagnen-Netzwerk Campact und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) vor einer Aufkündigung des Atomausstiegs. Diese würde den Ausbau der Erneuerbaren Energien massiv bremsen und Arbeitsplätze gefährden.
Das drohende Ende der Ausbaudynamik illustrierten sie mit einer Aktion: Vor der Berliner Niederlassung des Atomforums demontierte eine große Merkel-Puppe zusammen mit Vertretern der Atomlobby mit Flex und Vorschlaghammer symbolisch eine Solaranlage. Die Anlage bestand aus ausgemusterten Solarmodulen.
Zugleich präsentierten die Organisationen einen Appell an die Bundesregierung. Mit diesem fordern Unternehmer und Beschäftigte der Branche der Erneuerbaren Energien die Politik auf, den Ausbau der Regenerativen nicht durch eine Aufkündigung des Atomausstiegs und den Bau neuer Kohlekraftwerke zu blockieren (http://www.campact.de/enb/home).
Die Forderungen werden auch vom Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) mitgetragen. Erstunterzeichner sind u.a. Alfred Ritter, Paradigma / Ritter Solar, Dietmar Schütz, BEE-Präsident, Ursula Sladek, Energiewerke Schönau (EWS), Franz Alt, Sonnenseite, Gero Lücking, LichtBlick, Fred Jung, juwi Holding AG, Andreas Wagner, Wagner & Co Solartechnik und Günter Weinberger, Solar-Fabrik AG.
"Angela Merkel will mit der Atomlobby gemeinsame Sache machen und nach der Bundestagswahl den Atomausstieg kippen. Für die Profitinteressen weniger Konzerne gefährdet sie die beispiellose Ausbaudynamik der Erneuerbaren Energien und damit zehntausende Arbeitsplätze", befürchtet Christoph Bautz von Campact. "Fällt der Atomausstieg, werden die Atomkonzerne den Ausbau der Erneuerbaren Energien blockieren wo sie nur können. Schließlich bleiben sie um so häufiger auf ihrem profitablen Atomstrom sitzen, je stärker die erneuerbaren Kapazitäten wachsen."
"Atomkraftwerke passen nicht in einen modernen Energiemix. Sie können die schwankende Stromerzeugung aus Sonne und Wind nicht bedarfsgerecht ergänzen, da sie in ihrer Leistung unflexibel sind. Damit Erneuerbare Energien grundlastfähig werden, braucht es Investitionen in den Aus- und Umbau der Stromnetze, Entwicklung von Speicherkapazitäten und Kraftwerke, die ihre Leistung flexibel an Stromerzeugung und -bedarf anpassen", fordert Gerd Rosenkranz von der DUH.
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