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„Geplante Quecksilberbelastung für Main ist inakzeptabel“

Nachdem das Regierungspräsidium Darmstadt die 1. Teilgenehmigung für den geplanten Block 6 am Kraftwerk Staudinger erteilt hat, gegen die Hanau gemeinsam mit Hainburg und Seligenstadt vor Gericht bereits geklagt hat, sorgt jetzt noch ein weiteres Genehmigungsverfahren für Unruhe unter den Anliegerkommunen.

EON hat beim Regierungspräsidium Darmstadt eine Genehmigung für die Entnahme von Kühlwasser für Block 6 aus dem Main beantragt und möchte außerdem schadstoffhaltige Abwässer aus Block 6 in den Main zurückleiten. Die Antragsunterlagen für dieses Verfahren lagen im März aus.

Zeitgerecht vor Ablauf der Frist für Einwendungen am 4. April haben Hanau und Hainburg gemeinsam Einwendungen erhoben, die nach Ansicht der beiden Kommunen ganz klar gegen eine Genehmigung der von EON gewünschten Kühlwasserentnahme und -wiedereinleitung sprechen.

Wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky erläutert, wird in den kommunalen Einsprüchen gerügt, dass die von EON vorgelegten Untersuchungen ungenügend sind, da die wassergefährdenden Stoffe nicht ausreichend untersucht wurden. "Bei der Verbrennung der Kohle wird Quecksilber freigesetzt, das über die Abwässer in den Main eingeleitet wird. Eine Belastung des Mains mit Quecksilber ist aber unserer Meinung nach völlig inakzeptabel."

Der Hanauer OB erinnert daran, dass die Rückstände aus den eingeleiteten Abwässern sich bei Hochwasser auch auf den anliegenden Grundstücken niederschlagen. Damit sei deren Nutzung als Kleingarten oder Sportanlagen nachhaltig gefährdet. Außerdem würden sich die einzuleitenden Abwässer bei Hochwasserereignissen im Boden ablagern und damit die Reinheit des Trinkwassers beeinträchtigen.

Kritisch sieht der Hanauer OB auch die Tatsache, dass E.ON das Minimierungsgebot nicht beachtet hat. Es sei heute durchaus möglich, durch wassersparende Verfahren die Einleitung der Schadstofffracht erheblich zu reduzieren.

Für Überraschung hat bei den Rathauschefs der Klagegemeinschaft weiterhin die Nachricht gesorgt, dass EON die für den 31. Dezember 2012 angekündigte Stilllegung von Block 1 bereits im September 2010 widerrufen hat. Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Bürgermeister Bernhard Bessel (Hainburg) und Bürgermeister Walter Scharwies (Alzenau) weisen gemeinsam darauf hin, dass dieser Sachverhalt, der bereits vor Erteilung der Teilgenehmigung geschaffen wurde, im Genehmigungsverfahren hätte zwingend beachtet werden müssen. "In der Genehmigung wird aber an keiner Stelle auf den Weiterbetrieb von Block 1 eingegangen", wundert sich Kaminsky über das Fehlen entsprechender Hinweise und unterstellt die "übliche Hinhalte- und Nebeltaktik, die bereits das gesamte Verfahren rund um die geplante Kraftwerkserweiterung prägt".

Gemeinsam wollen die drei Kommunen der Klagegemeinschaft nun beim Regierungspräsidium offiziell um Auskunft bitten, warum sie über diesen geplante Weiterbetrieb des "Uralt-Blocks 1" bisher nicht unterrichtet wurden.