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2. CTI-Fachkonferenz "Biokraftstoffe im Verbrennungsmotor" in Mannheim

Frankfurt/Mannheim, April 2008. Der Bundesumweltminister hat die geplante Biosprit-Verordnung zurückgezogen. Kraftstoffe aus Agrarprodukten sind in die Kritik geraten, denn sie können den Motor und die Umwelt schädigen. Biokraftstoffe aus Getreide, Zuckerrohr, Raps oder Soja - die so genannte erste Generation - werden auf Kosten des Lebensmittelanbaus produziert. Außerdem verursachen Brandrodungen und die Kraftstoff-Erzeugung aus Biomasse mehr Schadstoffe als die Verwendung von regulärem Sprit aus Mineralöl. Forscher konzentrieren sich daher zunehmend auf Biokraftstoffe der zweiten Generation, die aus landwirtschaftlichen Reststoffen wie Gülle, Stroh oder Holz hergestellt werden. Die Vorgaben für die Fahrzeughersteller sollen laut Handelsblatt (04.04.2008) jedoch auch nach dem Wegfall der deutschen Biosprit-Verordnung nicht abgeschwächt werden.

Auflagen für einen erhöhten Biosprit-Anteil im Benzin seien im Klimapaket der EU vom Januar vorgesehen, so Lutz Ribbe vom Wirtschafts- und Sozialausschuss des EU-Parlaments. Die Mitgliedsstaaten seien verpflichtet, einen Biokraftstoffanteil von zehn Prozent umzusetzen (fr-online.de 04.04.2008) Bundesumweltminister Sigmar Gabriel forderte die Automobilindustrie deshalb auf, die Klimaschutzaufgaben technisch zu lösen.

Die Fortschritte bei der Herstellung und Nutzung von Agrar-Kraftstoffen im Fahrzeug zeigt die 2. CTI-Fachkonferenz "Biokraftstoffe im Verbrennungsmotor" am 10. und 11. Juni 2008 in Mannheim. Praxisexperten aus der Automobilindustrie, von Forschungs- und Beratungsinstituten diskutieren über Biokraftstoffe der zweiten Generation und die Anforderungen an geeignete Leitungen, Tankkomponenten und Zündsysteme.

Die Materialien müssen der Korrosionsgefahr widerstehen, die einige Biokraftstoffe für Motor, Dichtungen und Leitungen bedeuten. Moderne Zündsysteme können Biokraftstoffe durch Ionenstrommessung selbstständig erkennen. Die systemtechnischen, ökonomischen und ökologischen Potenziale für die künftige Biokraftstoffgeneration in Deutschland und Europa präsentiert Franziska Müller-Langer vom Institut für Energetik und Umwelt.

Methangas (Compressed Natural Gas, CNG) und Biosprit aus Jatropha sind neuartige Kraftstoffe, mit denen die Automobilhersteller sich derzeit beschäftigen. Andreas Jauss von Opel referiert über den Stand der Technik von CNG und gibt einen Ausblick über die Fähigkeiten von Methangas-Fahrzeugen in naher Zukunft. Die Einsatz- und Produktionsmöglichkeiten von Jatropha erläutert Dr. Jürgen Fischer von Archer Daniels Midland (ADM). ADM führt ein Jatropha-Projekt zusammen mit Daimler durch.

Auch Umrüstung und Schadstoffausstoß sind Themen der CTI-Fachkonferenz.

Referenten von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) in St. Gallen und der Fachhochschule Coburg sprechen über die Emissionen und Umweltwirkungen von Biokraftstoffen bei der motorischen Verbrennung. Wie PKW und LKW auf reinen Rapsölbetrieb umgerüstet werden können, ohne die Betriebssicherheit zu gefährden, erklärt Klaus Elsbett vom gleichnamigen Technologieunternehmen.

Detaillierte Informationen zum Veranstaltungsprogramm im Internet unter www.iir.de/kfz-biokraftstoffe/pr08