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Mit dem Wasserstoffbus  von Herten-Mitte nach Langenbochum

Herten. „Kleiner Fehler, große Wirkung“, ließ Norbert Konegen, Pressesprecher der Vestischen Straßenbahnen GmbH, nachmittags verlauten. Die erste Linienfahrt des Wasserstoffbusses in Herten hatte am Vormittag nicht stattfinden können – auf Grund einer technischen Sicherheitsblockade, wie sich später herausstellen sollte.

Alle hatten sich versammelt, um mit dem kleinen Bus eine Rund durch Herten zu drehen: Bürgermeister Dr. Uli Paetzel, Stadtbaurat Volker Lindner, Landrat Jochen Welt, Vertreter der WiN Emscher Lippe, der Vestischen und der Presse. Doch als die Fahrt beginnen sollte, wollte die Technik nicht mehr mitspielen. Landrat Jochen Welt nahm es mit Humor: „Es ist eine neue Technologie. Kinderkrankheiten werden uns nicht davon abbringen.“

Letztendlich stellte sich heraus, dass die leicht geöffnete Tankklappe eine Sicherheitssperre auslöste, die den Bus zum Stillstand brachte. In Zukunft wird der mit Wasserstoff betriebene Linienbus auf der Linie 245 eingesetzt.

Dann rollt das futuristisch anmutende Brennstoffzellenhybridfahrzeug an Marktagen dienstags und freitags in der Zeit von 9.16 Uhr bis 11.16 Uhr stündlich von Herten-Mitte zur Endhaltestelle Hofstraße in Langenbochum. „Den Bus am Hertener Knotenpunkt auf Anhieb zu finden, dürfte auch für auswärtige Fahrgäste und alle Interessierten, die sehen möchten, wie's funktioniert, kein Problem darstellen.“ ist sich Holger Becker, Centerleiter Angebot, bei der Vestischen, sicher.

Der „Mini-Bus“ bieten bei einer Länge von 5,3 m und einer Breite von 2,1 m Platz für bis zu 22 Personen. Auch Rollstuhlfahrer können problemlos mitfahren. Und die neuen Brennstoffzellenbusse sind nicht nur schick, sondern werden für saubere Luft und ein besseres Stadtklima sorgen. „Sie fahren zu 100 Prozent schadstofffrei und besonders geräuscharm“, stellte Bürgermeister Uli Paetzel die ökologischen Vorzüge des Busses dar.

Als Speicher für den Wasserstoff dienen Druckgasbehälter. Mit einer Tankfüllung von ca. 6 kg Wasserstoff erreichen die Hybridfahrzeuge zurzeit eine Reichweite von ca. 200 km.

Neben dem primären Brennstoffzellenantrieb verfügen die Brennstoffzellenbusse über eine zusätzliche Batterieeinheit. Im Normalfall liefern die Brennstoffzellen die elektrische Energie für die Elektromotoren, die den Bus antreiben. Zur Abdeckung von Leistungsspitzen wird die Batterie zusätzlich aktiviert. Das integrierte Energiemanagementsystem steuert dabei, von den Fahrgästen oder dem Fahrer unbemerkt, die Wahl und den Leistungsabruf der jeweiligen Energiequelle. Und selbstverständlich wird die Bremsenergie die Batterie umweltschonend wieder aufladen.

Dass die neue Technik bei der Vestischen zum Einsatz kommt, ist für den Aufsichtsratsvorsitzenden Landrat Jochen Welt ein gutes Zeichen. Vor fast genau 21 Jahren fand die Jungfernfahrt des ersten Niederflurbusses im regulären Linienverkehr bei der Vestischen statt, der das Innenraumkonzept des Linienbusses revolutionierte „Was damals als bescheidener Modellversuch begann und von vielen Kritikern mit großer Skepsis betrachtet wurde, gilt heute in Europa und darüber hinaus als unverzichtbarer Standard eines modernen Bussystems. Vielleicht feiern wir in 20 Jahren den heutigen Start des Wasserstoffbusses im Linienverkehr ebenfalls als historisches Ereignis“, meinte der Chef der Kreisverwaltung.

Die neuen Brennstoffzellen-Busse werden eingesetzt im Rahmen des EU-Projektes HyChain-Minitrans. Projektpartner in der Emscher-Lippe-Region sind die Firmen Air Liquide (Marl), Hydrogenics (Gladbeck) und die Vestische Straßenbahnen GmbH (Herten), die Städte Bottrop, Gladbeck, Herten und Marl, der Kreis Recklinghausen, die Sparkassen der Emscher-Lippe Region und die Emschergenossenschaft sowie die WiN Emscher-Lippe GmbH. Gefördert werden die Busse vom Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes NRW. Ziel ist es, die Region auch überregional als Wasserstoffkompetenzzentrum zu etablieren.

Der Einsatz des Wasserstoffbusses ist dabei ein wichtiger Beitrag, die Einführung alter-nativer Kraftstofftechnologie auf Wasserstoffbasis zu unterstützen und die serienreife Entwicklung in der Emscher-Lippe-Region erfolgreich voranzutreiben. Ein weiterer Wasserstoffbus ist in Bottrop auf der Linie 266 zwischen dem ZOB und dem Fuß des Tetraeders unterwegs. Und in Gladbeck findet der mit Wasserstoff betriebene Linienverkehr zwischen dem Bahnhof-West und dem Gewerbepark Wiesenbusch statt, in dem das Gladbecker Unternehmen Hydrogenics seine Produktionsstätten hat.

In Herten kann der kleine Bus ab nächster Woche auf dem Zukunftstandort Ewald betankt werden. Hier wird am Montag die Wasserstofftankstelle eröffnet.

Weitere Informationen finden Sie unter www.herten.de