Solarinfo 3.0 - Photovoltaik & Alternativen

Translator


powered by:

Aktuell sind 33 Gäste und keine Mitglieder online

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Baugenehmigung für Freiflächensolaranlage in Rothwesten erteilt

Die Konzeption des Landkreises Kassel und der Gemeinde Fuldatal für eine erste große Solarfreiflächenanlage im Kreisgebiet geht auf – die notwendige Baugenehmigung konnte jetzt Fachbereich Bauen und Umwelt des Landkreises erteilt werden.

„Damit hat die Solarkonversion in der ehemaligen Kaserne in Rothwesen begonnen – der Investor hat bereits genehmigungsfrei erste Dachanlagen installiert“, freut sich Landrat Uwe Schmidt. Der Solarinvestor hatte Kasernengebäude und Freiflächen vom Bund erworben. Die jetzt erteilte Baugenehmigung für die Freiflächensolaranlage der Lengemann Bau & Co GmbH aus Guxhagen (Schwalm-Eder-Kreis) konnte mit Zustimmung der Gemeinde bereits im Vorfeld des abschließenden Beschlusses der Gemeinde Fuldatal über den Bebauungsplan Gartenbau/Regenerative Energien erteilt werden, nachdem der Investor unterschrieben hatte, dass er alle zukünftigen Festsetzungen dieses Bebauungsplanes beachten wird.

„Diese Möglichkeit ist im Baugesetzbuch für den Fall ausdrücklich vorgesehen, dass sich im Bebauungsplanverfahren alle Beteiligten im Laufe des Bebauungsplanverfahrens dem Grunde nach verständigt haben - immer vorausgesetzt, dass es sich um rechtlich begründete Forderungen handelt“, erläuterte Dieter Scheele von der Bauaufsicht des Landkreises Kassel. In diesen Fällen müsse die Mitteilung im Amtsblatt, die ansonsten den Bebauungsplan in Kraft setzt, dann von der Bauaufsicht vor Erteilung der Baugenehmigung nicht mehr abgewartet werden. Dies bringe am Beispiel Rothwesten wichtige Wochen Zeitvorsprung für den Investor, der die Solaranlage noch in diesem Jahr an Netz bringen will.

Als nächster Schritt werde der Investor eine Photovoltaikanlage aufstellen, die rund ein Megawatt Strom produzieren kann. Landrat Schmidt: „Auch dieser Bauabschnitt ist bereits genehmigt – dafür ist eine Fläche im Nordosten der Kaserne vorgesehen“. Diese Fläche liegt direkt neben dem in Planung befindlichen Versuchs- und Freiflächenprüffeld des Instituts für solare Energieversorgungstechnik Kassel (ISET).

Voraussetzung für die Erteilung der Baugenehmigung war die Bereitschaft des Investors, auf die wirtschaftliche Nutzung eines größeren Teiles seines gerade erworbenen Geländes vollständig zu verzichten, betonte Bernd Kleibl, Leiter des Fachbereichs Bauen und Umwelt im Kreishaus. Kleibl hatte vor einem Jahr mit einem Anruf beim Bundesverband Solarwirtschaft den Stein für Rothwesten ins Rollen gebracht. Der Verband informierte über seine Kanäle über die Idee der "Solarkonversion" in der Fachwelt und bald darauf meldeten sich zahlreiche potenzielle Investoren beim Landkreis, um ihre Möglichkeiten in der ehemaligen Kaserne zu prüfen. Kleibl: "Wir haben uns ins Zeug gelegt, bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, beim Konversionsbüro, bei Kreis, Gemeinde und den Fachbehörden ging die Kundenbetreuung Hand in Hand“. Durchgesetzt habe sich schließlich ein regionaler Investor aus Guxhagen.

Landrat Schmidt, der die Idee von Anfang an unterstützt hatte, konnte sich zuletzt noch beim Netzbetreiber EON erfolgreich für eine besonders schnelle Klärung der Anbindung der Stromleitung aus dem Solarpark an das Mittelspannungsnetz einsetzen. "Das ganze lief gut, auch weil wir mit dem Unternehmer einen fairen Kompromiss zwischen Naturschutz und sauberer Stromproduktion gefunden haben", so Kleibl weiter.

Statt der geplanten Solaranlagen und Gewächshäuser werde inmitten des alten Militärflugplatzes ein großzügiges Vogelschutzgebiet entstehen. Die wenigen Pflegemaßnahmen auf dieser Fläche dienen zukünftig speziell dem optimalen Erhalt des Lebensraumes selten gewordenen Vögel, die in der modernen und intensiven Landwirtschaft ihren angestammten Lebensraum verloren haben. Das zum Bebauungsplan aufgestellte Naturschutzgutachten – aber auch aufmerksame Spaziergänger - hatten zuvor festgestellt, dass sich im Kerngebiet der geplanten Anlage nach der Aufgabe der militärischen Nutzung zahlreiche geschützte Bodenbrüter eingestellt hatten.

Weil in der Umgebung der Kaserne keine geeigneten Ersatzflächen für die Vögel gefunden werden konnten, hat sich der Investor dann bereit erklärt, auf rund 17 Hektar Kerngebiet seiner geplanten Solaranlage zugunsten des Vogelschutzgebietes zu verzichten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.landkreiskassel.de