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Niedrige Preise bei Öl und Gas nicht in Sicht - Alternative Energien im Aufwind

Hausbesitzer, Mieter und Autofahrer können in den kommenden Jahren nicht mit niedrigeren Heizkosten und Spritpreisen rechnen. Selbst Banken machen sich hierzu bereits seit langer Zeit Gedanken.

Nach einer Prognose der Dresdner Bank wird der Ölpreis im Großen und Ganzen auf seinem seit 2006 erreichten hohen Niveau bleiben. „Die Ära des billigen Öls wie Ende der 90-er Jahre ist vorbei“, sagt Dresdner-Bank-Volkswirtin Ingrid Angermann.

Für das Jahr 2007 rechnete die Dresdner Bank mit einem stabilen durchschnittlichen Ölpreis von 65 US-Dollar je Fass (Barrel) der Sorte Brent. Für 2008 ist wenn überhaupt, nur wenig Entspannung in Sicht: Sollte die Weltwirtschaft unerwartet stark wachsen oder die politische Lage im Nahen bzw. Mittleren Osten eskalieren, hält die Dresdner Bank auch einen vorübergehenden Ölpreisanstieg auf bis zu 100 Dollar je Barrel für möglich.

Zum Vergleich: 2004 kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent durchschnittlich nur 38 US-Dollar, 2005 waren es schon 54 US-Dollar und 2006 bereits 65 US-Dollar.

Als wesentliche Gründe, neben den derzeit aktuellen Spekulanten an den Energiebörsen, nennt Dresdner-Bank-Expertin Angermann das nach wie vor robuste Wachstum der Weltwirtschaft - 2007 um insgesamt real 3,2 Prozent - und den Rohstoffhunger aufstrebender Volkswirtschaften wie China.

Allein ein Drittel des weltweiten Mehrverbrauchs nach Öl entfällt, so die Dresdner Bank, auf die asiatische Wirtschaftsgroßmacht. Und die Nachfrage nach Öl steigt weiter: Heute benötigen alle Abnehmer zusammen knapp 86 Millionen Barrel am Tag, für 2010 erwartet die Dresdner Bank einen durchschnittlichen Verbrauch von täglich 90 Millionen Fass.

Allerdings gehen die Expertenmeinungen auseinander, ob die Ölproduktion mitziehen kann: Skeptiker führen neben politischen Unsicherheiten (Iran, Verstaatlichungstendenzen in Lateinamerika) und Klimarisiken (Hurrikans) die nachlassende Ergiebigkeit der Ölquellen an und erwarten, dass die Ölförderung schon in diesem Jahrzehnt ihren Höhepunkt überschreiten und danach zurückgehen wird. Optimistischere Prognosen setzen auf verbesserte Fördertechnologien und die Erschließung bisher unzugänglicher Vorkommen und sagen den Höhepunkt der Weltölproduktion für 2030 oder später voraus.

„In jedem Fall aber wird Öl als Energieträger an Bedeutung verlieren“, so Angermann. Bereits seit dem Jahr 2000 ist der Ölanteil am weltweiten Primärenergieverbrauch von 38 auf 36 Prozent zurückgegangen. „Besonders im Heizungsbereich wird Öl in Zukunft immer stärker mit alternativen Energien wie Solar oder Biomasse konkurrieren müssen“, erklärte die Volkswirtin der Dresdner Bank.

Bayern: Landkreis Weilheilm-Schongau gegen Solardächer

Ob sich das allerdings in der Republik schon rumgesprochen hat, darf, angesichts so mancher Hemmnisse, bezweifelt werden.

Das TV-Magazin Quer des Bayerischen  Fernsehen berichtete in seiner letzten Sendung beispielsweise aus dem Landkreis Weilheim-Schongau, dass vom dort gewählten Landrat und seiner Behörde die Montage von Solardächern vehement ablehnt wird.

Der Ablehnungsgrund: Solardächer passen nicht ins Landschaftsbild, blenden und vertreiben Touristen. Vergessen wird bei dieser Argumentation allerdings, dass der Herr Landrat für den Landkreis auch die hohen Strompreise zu zahlen hat, die Kosten bei der Bevölkerung ablädt und diese zu höheren Preisen - auch bei den Touristen- zwingt. Hauptsache die bayrische Idylle wird nicht gestört, mag sie auch noch so teuer kommen.

Die Einheimischen haben nur eine Wahl: Abwahl des amtierenden Landrats. Bis dahin allerdings werden die Strompreise in besagtem Landkreis weiter von E.ON diktiert und dort sitzt der Landrat im Beirat der E.ON Bayern AG. Na dann gute Nacht Solar - zumindest im fortschrittlichen Landkreis Weilheilm-Schongau.