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Bundeswirtschaftsminister Glos will Spritfresser als "umweltfreundlich" kennzeichnen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wirft Bundeswirtschaftsminister Michael Glos vor, er wolle Autos mit hohem Spritverbrauch als "klimafreundlich" kennzeichnen.

Der jetzt bekannt gewordene Entwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium zur Spritverbrauchskennzeichnung von Pkw desinformiere die Autokäufer und unterlaufe das angestrebte Ziel einer Senkung der CO2-Emissionen im Verkehrsbereich.

Die Umweltorganisation kritisiert vor allem die geplante Klassifizierung entsprechend dem Fahrzeuggewicht. Die Einteilung in Effizienzklassen "A" bis "G" unter Berücksichtigung des Gewichts hätte zur Folge, dass z.B. ein 2,5 Tonnen schwerer Geländewagen mit einem CO2-Ausstoß von 197 Gramm ebenso zur besten Klasse "A" gehören würde wie ein eine Tonne schweres Auto mit einer CO2-Emission von lediglich 94 Gramm pro Kilometer.

Regierung von der Wirtschaftslobby gekauft?

Nach dem Desaster beim Thema Mindestgehälter bei der Postzustellung und dem vehementen Einschreiten des Springer Konzerns, bei dem der Bundeskanzlerin schwere Vorwürfe von allen Seiten gemacht wurde, ob der speziellen Behandlung von Großkonzernen, ist jetzt Wirtschaftsminister Glos wieder einmal mit einer phantastischen Idee auf die politische Bühne getreten.

Es ist schon eine verrückte Welt die sich Politiker, insbesondere die der CDU/CSU, so zurecht rücken. Denn nichts anderes passiert, wenn die Klassifizierung nach Gewicht erfolgt und eben nicht nach dem CO²-Ausstoss. Die deutschen Autobauer zu verschonen, obgleich sie es selbst in der Hand haben, endlich alternative Fahrzeuge auf den Markt zu bringen, ist aus deutscher Sicht ehrenwert aber trotzdem ein kompletter Schwachsinn.

Worauf wartet die deutsche Automobilindutrie?

Die Autobauer made in Germany haben in Studien und mit diversen Versuchfahrzeugen bereits gezeigt, dass sie die Technik beherrschen. Nur zu kaufen gibt es die Fahrzeuge einfach nicht. Es hat den Eindruck, dass diese Fahrzeuge erst dann gebaut und angeboten werden, wenn japanische Fahrzeuge den Markt bereits im Griff haben, oder erst im Rahmen einer, wie nach dem II. Weltkrieg, eine Währungsumstellung erfolgt, damit die Schaufenster, mit den von den Kunden lange ersehnten Produkten, respektive Kraftfahrzeugen, gefüllt werden.

Deutschland ein Entwicklungsland?

Deutschland ist in der Forschung Spitzenklasse - nur bei der Vermarktung und Markterschließung ist Deutschland ein Entwicklungsland und das schon seit Jahrzehnten. Das Ergebnis wird sein, dass die Managergrößen wieder mit Abschlagszahlungen in die wüste geschickt werden, der Stern verblasst (siehe Mercedes) und die Mitarbeiter sich auf der Strasse finden. Denn die Zeichen der Zeit wurden wieder einmal nicht erkannt. so verhält es sich auch bei den alternativen Energien. Führend in der Solarforschung - Photovoltaikherstellung - aber der Ausstieg aus Stein- und Braunkohle, wie auch bei den Atommeilern, erfolgt nicht, zögernd und werden weiter mit Steuergeldern gefördert.

BUND zum Klimakiller Auto

"Glos will Klimakiller-Autos grün tünchen", sagte deshalb der BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm zu recht. Zitat: "Der Minister sollte sich den schönen Satz von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl zu Eigen machen: Entscheidend ist, was hinten raus kommt. Das allein muss auch darüber entscheiden, ob ein Auto als mehr oder weniger klimaschädlich eingestuft wird. Jeder Versuch, Spritfresser gegenüber sparsamen Fahrzeugen zu bevorteilen muss zurückgewiesen werden."

BUND-Verkehrsexperte Werner Reh spricht eine noch deutlichere Sprache: "Der Vorschlag von Glos gehört in den Reißwolf. Erforderlich ist eine Verbrauchskennzeichnung, die sparsamen Fahrzeugen zum Durchbruch verhilft. Die übermotorisierten Hochgeschwindigkeitsautos der deutschen Hersteller dürfen nicht länger von Innovationen ausgenommen werden. Mit den vorhandenen Techniken, die serienmäßig nur wenige hundert Euro kosten, lässt sich der CO2-Ausstoß im Durchschnitt um rund 50 Gramm pro Kilometer reduzieren."

Nur die eindeutige und klare Kennzeichnung des CO2-Ausstoßes sowie die Einteilung in entsprechende Effizienzklassen böten Autoherstellern und -käufern die für mehr Klimaschutz erforderlichen Informationen. Der BUND schlägt vor, die Klassifizierung direkt an den CO2-Ausstoß des jeweiligen Pkw zu koppeln. Neben den zu erwartenden jährlichen Spritkosten und der Höhe der Kfz-Steuer sollte zusätzlich angegeben werden, dass der reale Spritverbrauch rund ein Liter über dem Normverbrauch liegen könne und sich mit einer defensiven Fahrweise um bis zu einem Viertel senken lasse.

In Bali andere Länder zur Umkehr zu bringen und den CO²-Ausstoss zu senken ist nicht sehr glaubwürdig, sollte der Vorschlag von Herrn Glos auch nur im Ansatz durchgehen.

Das BUND-Hintergrundpapier zur Energieverbrauchskennzeichnung bei Pkw erhalten Sie unter www.bund.net